MOZ 04.12.03: Schmook wieder im Schloss

Veröffentlicht am 05.12.2003 in Allgemein

Bad Freienwalde (MOZ) Die Gründe, die zum Jahresende 2002 zur Kündigung des langjährigen Oderlandmuseumsdirektors Dr. Reinhard Schmook durch die Kultur GmbH geführt hatten, sind als haltlos festgestellt worden.

Das Landesarbeitsgericht in Potsdam hat als Berufungsinstanz das bereits im April 2003 vom Frankfurter Arbeitsgericht gefällte Urteil bestätigt. Jürgen Krüger von der Kreisverwaltung erklärte daraufhin, dass Dr. Schmook Angestellter der Kultur GmbH bleibt. Strukturveränderungen innerhalb der kreiseigenen Gesellschaft werde es angesichts des Haushaltsdefizites trotzdem geben.

Dr. Reinhard Schmook ist wieder in der Kurstadt tätig. Das ist die für die viele Einwohner des Altkreises Bad Freienwalde frohe Botschaft, nachdem die Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes im Berufungsverfahren zur Kündigung des Museumsdirektors durchgesickert war. Die vor fast einem Jahr ausgesprochene Kündigung ist unwirksam. "Als Kündigungsgrund galt der Vorwurf des Reisekostenbetrugs, gegen den ich gerichtlich vorgegangen bin. Der Vorwurf der Unredlichkeit im Amt hat mich nach mehr als 26 Dienstjahren im Oderlandmuseum tief getroffen. Umso mehr freue ich mich nun, dass das Gericht auch nicht das geringste Indiz für eine Betrugshandlung gefunden hat und dieser Verdacht damit aus der Welt ist", sagte Schmook in einer ersten Reaktion der MOZ. In der Bad Freienwalder Region sowie in der gesamten Museumslandschaft Berlin-Brandenburgs hatte die Kündigung des anerkannten Fachmanns vor einem Jahr eine Welle der Empörung ausgelöst (MOZ berichtete). Der Landkreis und die Kultur GmbH hatten hingegen stets darauf verwiesen, gerichtsfeste Gründe für die Kündigung vorlegen zu können. Jürgen Krüger, der Sprecher des Landrates hatte das gesamte Verfahren maßgeblich begleitet, bestätigte gestern gegenüber MOZ, dass Dr. Reinhard Schmook Angestellter der Kultur GmbH bleibt. Er bekräftigte aber noch einmal, dass es Hinweise für ein aus Sicht des Arbeitgebers schweres Fehlverhalten gegeben habe.

Unabhängig vom Ausgang des Berufungsverfahrens seien der Landkreis und die kreiseigene Kultur GmbH zu erheblichen Einsparungen gezwungen. "Bei der ersten Sitzung des Kreisausschusses wurde erneut deutlich, wie dramatisch die Lage ist. Das Defizit liegt derzeit zwischen 16 und 17 Millionen Euro." So werde es auch bei der Kultur GmbH zu Umstrukturierungen kommen. Das Oderland-Museum werde eine neue Zuordnung erhalten. An den mit der Kurstadt getroffenen Vereinbarungen wollen Kreis und die Kultur GmbH allerdings festhalten.

Dr. Schmook hofft, bald wieder an seinen alten Arbeitsplatz im Oderlandmuseum zurückkehren und an der Neustrukturierung der Museumsarbeit in Bad Freienwalde weiterarbeiten zu können: "Ich danke allen, die mir in den schweren Monaten mit aufmunterndem Zuspruch und öffentlicher Stellungnahme zur Seite gestanden haben. Vor allem denjenigen, denen ich meine Wahl zum Stadtverordneten und zum Mitglied des Kreistages zu verdanken habe. Ein solcher Vertrauensbeweis bringt neuen Mut und Zuversicht."

Derzeit ist der Historiker im Freienwalder Schloss tätig. Die Exponate der Rathenau-Sammlung müssen ins Gärtnerhaus umgelagert werden, um Baufreiheit für die Fortsetzung der Schlosssanierung zu schaffen.

 

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