Lesen statt Glotzen: Deutsche Knirpse holen weiter auf

Veröffentlicht am 29.11.2007 in Bildung

Ingrid Siebke (MdL)

Potsdam - Die Lesefähigkeit von deutschen Grundschülern hat sich verbessert. Das geht aus der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) für das Jahr 2006 hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Ingrid Siebke, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: "Das ist eine gute Entwicklung. Die Studie stellt unseren Lehrern und Kitaerziehern ein gutes Zeugnis aus. Aber auch viele Eltern unterstützen ihre Kinder durch Vorlesen oder indem sie den Nachwuchs animieren, statt zu Glotzten auch mal zu lesen. Durch die ersten PISA- und IGLU-Ergebnisse hat es einen positiven Bewusstseinswandel in der ganzen Gesellschaft gegeben."

Die IGLU-Studie analysiert die Fähigkeiten von Kindern im Leseverständnis am Ende der vierten Klasse im internationalen Vergleich. In Deutschland wurden die Leistungen von 20.000 Schülern untersucht. Mit einer IGLU-Gesamtleseleistung von 548 Punkten (2001: 539) liegt Deutschland im oberen Viertel der 45 Teilnehmer. In der EU schneiden die deutschen Viertklässler laut Angaben der Autoren am besten ab. Doch nur jeder Zehnte (10,8 Prozent) gilt als Spitzenleser.

Dazu Ingrid Siebke: "Auch wenn die Bundesländerergebnisse noch nicht vorliegen, bin ich zum Abschneiden Brandenburgs sehr optimistisch. Wir haben seit der letzten IGLU Untersuchung vieles getan."

Brandenburg hat nach der letzten IGLU-Studie 2001 unter anderem die flexible Eingangsstufe eingeführt und die Leseförderung in der Grundschule gestärkt. Brandenburg hat Bildungsstandards in Kitas festgelegt, die Schwerpunkte der Rahmenpläne für die Grundschulen liegen im Fach Deutsch bei der Lesekompetenz der Schüler. Das neue Schulgesetz und das Kitagesetz verstärken diese Maßnahmen mit der Sprachstandfeststellung und der Sprachförderung.

Eine regionale und länderbezogene Auswertung innerhalb Deutschlands will die Kultusministerkonferenz 2008 vorlegen. Bei der letzten IGLU-Studie konnte Brandenburg im Bundesländervergleich nur den vorletzen Platz erreichen. Allerdings hatten neun Bundesländer die Teilnahme an der Studie verweigert.

Dazu Ingrid Siebke: "Ich freue mich, dass nunmehr alle Länder an dem Vergleich teilgenommen haben. Jedes Bundesland muss seine Karten auf den Tisch legen; nur so ist auch eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse sichergestellt. Nur wer weiß, was falsch läuft, kann umsteuern."

 

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