Mehr Unterricht in "Politischer Bildung"

Veröffentlicht am 11.01.2008 in Bildung

Klara Geywitz (MdL)

Potsdam. Klara Geywitz, Vorsitzende des Bildungsarbeitskreises der SPD-Fraktion und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, hat sich heute dafür ausgesprochen, das Unterrichtsfach "Politische Bildung" an den weiterführenden Schulen zu stärken.

"In der neunten Klasse soll mehr als eine Stunde ‚PB‘ unterrichtet werden. Für das Abitur darf das Fach nicht mehr abgewählt werden", sagte Geywitz. Jüngst hatte eine Studie über das DDR-Bild von brandenburgischen Schülerinnen und Schülern deutliche Defizite in der schulischen Vermittlung der DDR-Geschichte feststellt. Deshalb solle das Unterrichtsfach "Politische Bildung" wieder ein stärkeres Gewicht in den weiterführenden Schulen bekommen, so Geywitz. "Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es gerade der Zeitraum zwischen dem 8. und 13. Schuljahr ist, indem die Schüler politische Kenntnisse dauerhaft erwerben und politische Einstellungen ausprägen. Deshalb brauchen sie in diesem Zeitraum einen verpflichtenden und durchgängigen Politikunterricht."

Die einseitige Schuldzuweisung in Richtung der Lehrkräfte ist Geywitz zu Folge reflexartig und wenig zielführend. "Fast 1.000 brandenburgische Lehrer haben nach der Wende drei Jahre lang das Fach Politik studiert. In diesem Rahmen haben sie sich auch mit ihrer beruflichen und politischen Vergangenheit als Teil der DDR-Erziehung auseinandergesetzt."

Nachdem das Fach seit 2002 im Abitur abgewählt werden kann, unterrichten viele Lehrer nicht mehr Politik. "Die eklatante Unwissenheit unserer Schüler über die DDR hat mich sehr erschreckt. Ich erwarte zügige Maßnahmen. Der Politikunterricht braucht mehr Stunden und darf nicht abwählbar sein", so Geywitz.

 

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