Ein interessanter Artikel aus dem "Spiegel" 09.07.05

Veröffentlicht am 11.07.2005 in Allgemein

EX-"BILD"-KOLUMNIST
Lafontaine beharrt auf Gehalt vom Springer-Verlag

Als Spitzenkandidat der neuen Linkspartei schimpft Oskar Lafontaine gern gegen die "Selbstbedienungsmentalität" von Managern oder Politikern. Geht es um seine persönlichen Finanzen, ist der frühere SPD-Chef alles andere als bescheiden.

Neben seiner Pension aus öffentlichen Ämtern oder Einkünften als Buchautor kassiert der 61-Jährige derzeit vom Axel-Springer-Verlag monatlich mehr als 5000 Euro - ohne verwertbare Gegenleistung.

Die stattliche Überweisung beruht nach Angaben von "Bild"-Verlagsgeschäftsführer Christian Nienhaus auf einer alten Honorar-Vereinbarung: Seit seinem Rücktritt als Finanzminister und Parteichef 1999 hatte Lafontaine regelmäßig für das Springer- Blatt "Bild" Kolumnen über politische Themen verfasst. Als der Saarländer dann im Mai ankündigte, wieder aktiv in die Politik einzutreten, wollte die Redaktion die Zusammenarbeit beenden. Doch Lafontaine bestand schriftlich auf Erfüllung der "vertraglichen Verpflichtungen" bis zum Januar 2006. "Pacta sunt servanda", teilte er dem Verlag mit. Texte werden von ihm nicht mehr angefordert.

Von "Bild"-Chefredakteur Kai Dieckmann, der im Urlaub weilte, war am vorigen Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Lafontaine berief sich auf die verabredete Vertraulichkeit: "In dem Vertrag steht, dass der Vertrag nicht öffentlich ist."

Im Herbst könnte mit dem komfortablen Deal Schluss sein: Sollte Lafontaine nach der Bundestagswahl in das Parlament einziehen, muss er sämtliche Nebentätigkeiten und Verdienste publizieren. Einkünfte ohne Gegenleistung sind Abgeordneten verboten.

Originaltext: hier

 

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