Bildung und Betreuung von Anfang an - Vielfalt statt zentraler Vorgaben

Veröffentlicht am 19.05.2005 in Bildung

Nicolette Kressl (MdB)

Zur Forderung nach einem verpflichtenden Vorschulbesuch für alle Kinder erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD- Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl:

In Partei und Fraktion herrscht Einvernehmen darüber, dass Kinder im Kindergarten nicht nur betreut sondern auch entsprechend ihrem Alter und ihren Begabungen gefördert werden sollen. Die Meinung des Wissenschaftlers Karl Lauterbach ist eine Meinung im Rahmen der Programmdebatte und nicht die Position der SPD.

Eine Familien- und Bildungspolitik, die den Interessen von Eltern und Kindern Rechnung trägt, ist eine gesellschaftspolitisch wie ökonomisch unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft unseres Landes. Dazu gehören gezielte Verbesserungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter ebenso wie die Verbesserung der Startchancen für alle Kinder, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.

Die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen haben in diesem Sinne gehandelt und den Ausbau von Bildung und Betreuung von Anfang an in den Mittelpunkt der Politik gerückt. Den bestehenden Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben wir für die jüngeren Kinder mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz, das ausdrücklich die Bedeutung der Qualität von Erziehung und Bildung betont, und für die älteren Kinder mit dem Ganztagsschulprogramm ergänzt.

Bei alledem ist aber stets klar: Die konkrete Ausgestaltung dieser Angebote ist Sache der Länder und Kommunen. Die Gegebenheiten vor Ort sowie die Bedürfnisse und Wünsche von Eltern und Kindern sollen bestimmen, wie die Ziele am besten erreicht werden. Die bisherigen Erfahrungen stimmen uns optimistisch - zusätzliche zentrale Vorgaben, wie etwa ein obligatorischer Vorschulbesuch, sind nicht erforderlich.

 

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