
Strausberg (MOZ) Der Mut zum Risiko aller Beteiligten hat vor zehn Jahren den Umzug der Krankenhaus-Abteilungen aus Neuenhagen (Chirurgie) und Altlandsberg (Innere) in den Strausberger Neubau möglich gemacht.

Strausberg (MOZ) Der Mut zum Risiko aller Beteiligten hat vor zehn Jahren den Umzug der Krankenhaus-Abteilungen aus Neuenhagen (Chirurgie) und Altlandsberg (Innere) in den Strausberger Neubau möglich gemacht.
"So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich", sind sie sich am vergangenen Sonnabend bei der Feier zum zehnten Geburtstag des Hauses einig gewesen. Politiker, Mitarbeiter, Baubetreuer und ein besonderer Patient stellten ihre Sicht auf das kühne Untergfangen dar, den ersten Krankenhaus-Neubau in Brandenburg nach der Wende durchzuziehen.
Von Jens Sell
Weil der damalige Strausberger Kreistag beschloss, von den 13 Millionen Mark, die ihm aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost zugeteilt waren, zehn Millionen für den Krankenhausneubau zu investieren, soll Sozialministerin Regine Hildebrandt auf den Tisch gehauen und gerufen haben: "Na, det is doch doll, nun fangt doch endlich an!"
Sowohl Geschäftsführerin Angela Krug als auch SPD-Landtagsabgeordneter Gunter Fritsch, damals als Landrat Vorsitzender des Aufsichtsrates, und seine Gesundheitsdezernentin Marlis Werner zitierten diese Inititialzündung für den Neubau des Strausberger Krankenhauses am vergangenen Sonnabend beim Festakt zu dessen zehnjährigem Bestehen. Was seinerzeit folgte, war ein ständiger Kampf um die scheibchenweise Freigabe von Finanzen, eine gleitende Projektierung, weil mehrfache Umplanung noch während der Bauphase, die den Bauherrenbetreuer Richard Coopmans oftmals ins Grübeln, den Generalunternehmer Philipp Holzmann aber glücklicherweise nicht vom vereinbarten Festpreis abbrachte.
Rund 78 Millionen Mark kostete der Neubau, und viele offene Probleme wurden erst bei der Fertigstellung geklärt, nicht zuletzt die Finanzierung: "Das wäre heute gar nicht möglich", hörte man mehrmals. So hatte auch der Protest der Mitarbeiterinnen der Gynäkologie bei der Grundsteinlegung tatsächlich die Ministerin zum Unmut ihres Staatssekretärs Detlef Affeld hingerissen, den Weiterbestand der Abteilung an diesem Standort zu versprechen - und zu halten.
Sehr aufschlussreiche Einblicke hinter die Kulissen der Gesundheitspolitik Anfang der 90er Jahre gewährte Bauherrenbetreuer Richard Coopmans: "Nachdrücklich haben damals Berater aus Nordrhein-Westfalen im Potsdamer Ministerium versucht, mich davon abzubringen, den Strausberger Neubau voranzutreiben und selbst zu betreuen." Nachdem er im Auftrag der Modrow-Regierung 1990 70 Prozent aller DDR-Krankenhäuser begutachtet hatte, konnte Coopmans auf fundierte Einschätzungen zurückgreifen: "Ich habe damals eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung festgestellt. Unter Berücksichtigung der damaligen Mangelwirtschaft war das zuerst dem herausragenden Engagement des medizinischen Personals zu verdanken." Dass er den Neubau des Strausberger Krankenhaus damals betreute, hat Richard Coopmans bis heute nicht bereut: "Heute veranschlagt man den Lebenszyklus eines neuen Krankenhauses, bis eine grundlegende Erneuerung fällig wird, mit neun Jahren. Dieses Haus ist vor zehn Jahren eröffnet worden, und als ich es heute betrat, fühlte ich mich immer noch in einem neuen und modernen Haus. Und zwar von außen und innen."
Das sei für ihn der Beweis, dass nicht nur private Träger in der Lage seien, ein Krankenhaus wirtschaftlich zu führen. Das Krankenhaus Märkisch-Oderland sorge so auch für einen echten Wettbewerb zwischen kommunaler, privater und gemeinnützig- freier Trägerschaft.
Unter den Rednern, die die Geschichte des Krankenhauses Strausberg und die Entwicklung seit der Fusion mit Wriezen zum Krankenhaus Märkisch-Oderland in den vergangenen und den nächsten Jahren skizzierten, gehörte der Chefarzt der jetzt ebenfalls vereinigten inneren Abteilung Dr. Christian Jensen. Für ihn ist es heute unvorstellbar, dass in Altlandsberg eine innere Abteilung nur mit einem starren Endoskop und überhaupt nicht mit einem Ultraschallgerät ausgestattet war. "Aber so war es, als ich mich seinerzeit bei Dr. Eckhard Topp in Altlandsberg vorstellte", bestätigte Dr. Peter Landschek, der ehemalige Chefarzt der Gynäkologie, der MOZ. Schwester Marianne Pijede berichtete vom Umzug aus Altlandsberg nach Strausberg und auch von den Problemen, die für die Schwestern damit verbunden waren. Chefarzt Dr. Horst Straub würdigte unter anderem das Wirken des langjährigen Chefarztes Dr. Achim Krause, der ebenfall Gast des Festaktes war.
Humorvoll berichtete schließlich der Strausberger Abgeordnete Horst Fröhlich (CDU) vom ersten Krankenhausaufenthalt in seinem Leben, als ihm zum Jahresende der Blinddarm entnommen wurde. Seit 1993 war er Gesellschaftervertreter bzw. Aufsichtsratsmitglied: "Wie ich heute weiß, für eine gute Sache. Ich sage: Weiter so!"
Homepage SPD-Unterbezirk MOL
30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung. Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen
25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen
25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen
11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen
11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen
Ein Service von info.websozis.de