Wetten, dass ich die Wahl gewinne?
BILD: Herr Platzeck, ein halbes Jahr vor der Wahl sind 71 Prozent der Brandenburger unzufrieden mit Politik ihrer Regierung. Wie wollen Sie das ändern?
Wetten, dass ich die Wahl gewinne?
BILD: Herr Platzeck, ein halbes Jahr vor der Wahl sind 71 Prozent der Brandenburger unzufrieden mit Politik ihrer Regierung. Wie wollen Sie das ändern?
Platzeck: Bei den Zumutungen der letzten Monate ist es normal, dass die Leute ihrem Frust freie Bahn lassen. Da kann man keinen Jubel erwarten. Aber ich bleibe dabei: Wir müssen ehrlich sagen, was Sache ist, keine falschen Hoffnungen wecken. Wir wollen das Schulsystem vereinfachen, Brandenburg zum familienfreundlichsten Land machen und Arbeitsplätze schaffen. Dann werden die Menschen auch wieder Zutrauen fassen.
BILD: Die CDU hat die SPD in der jüngsten Umfrage erstmals deutlich überholt. Wer, glauben Sie, wird nach der Wahl im September Ministerpräsident sein?
Platzeck: Ich gehe davon aus, dass die SPD die Wahl gewinnt. 42 Prozent sind für eine SPD-geführte Regierung, deutlich weniger für eine CDU-geführte. Die Leute haben nicht vergessen, wer das Land 14 Jahre aufgebaut hat – und wer sich 9 Jahre lang nur mit sich selbst beschäftigt hat. Ich werde Ministerpräsident bleiben.
BILD: Sie sagen, die SPD will nicht Juniorpartner der CDU sein. 1999 haben Sie ihre Partei noch erfolgreich vor einer Koalition mit der PDS gewarnt. Warum betrachten Sie die SED-Nachfolgepartei nun als möglichen Partner?
Platzeck: Seit 1989 sind anderthalb Jahrzehnte vergangen. Die PDS hat ihr Programm geändert, es sind neue Leute dazu gekommen. Sie ist im Kreis der demokratischen Parteien ein ganz normaler Partner.
BILD: 54 Prozent der Brandenburger lehnen aber eine rot-rote Regierung ab, nur 21 sind dafür. Falls sich die SPD trotzdem zur Koalition mit der PDS entscheidet, stehen Sie dann als Ministerpräsident zur Verfügung?
Platzeck: Das ist für mich zur Zeit keine Frage. Wir kämpfen nicht für Koalitionen, sondern für die SPD.
BILD: Was brächte eine rot-rote Regierung den Brandenburgern?
Platzeck: Das bewegt mich im Moment nicht. Wir werden einen richtig harten Wahlkampf führen. Welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, das werden wir am Wahlabend herausfinden.
BILD: Sie sind mit Abstand der beliebteste Politiker im Land, Ihre Partei ist aber unbeliebt. Deshalb will die SPD ganz auf die Person Platzeck setzen. Aber werden die Wähler zwischen Ihnen und der SPD unterscheiden?
Platzeck: Es wird nicht nur einen Personen-Wahlkampf geben. Dann bräuchten wir ja kein Wahlprogramm. Matthias Platzeck und die SPD gehören zusammen.
BILD: Wegen Gerhard Schröders Reformpolitik würden bundesweit nur noch 24 Prozent SPD wählen. Ist der Kanzler Ihr ärgster Gegner im Wahlkampf?
Platzeck: Nein. Aber am 19.September geht es nicht um Gerhard Schröder, sondern um Brandenburg. Ich setze mich nicht ab. Wir haben Gerhard Schröder und seine Minister zum SPD-Landesfest am 7.Juli in Potsdam eingeladen.
BILD: Wann startet die heiße Phase?
Platzeck: Nach den Sommerferien am 21. August in Potsdam. Bis zur Wahl werde ich dann täglich in ein bis zwei Städten auftreten. Insgesamt 35 große Kundgebungen und dazu 50-60 andere Termine. Aber: zu allererst wird regiert.
BILD: Wie machen Sie sich fit für den Dauer-Stress?
Platzeck: Für mich ist das kein Stress. Wahlkämpfe haben mir immer Freude gemacht. Ich jogge in letzter Zeit mehr. Körperlich bin ich gut gerüstet.
BILD: Falls sich die SPD nach der Wahl für eine Fortsetzung der Großen Koalition unter CDU-Führung entscheidet, wie sieht dann Ihre Lebensplanung aus?
Platzeck: Ich beantworte keine Fragen, die von einer falschen Voraussetzung ausgehen. Die SPD wird stärkste Partei.
BILD: Schließen Sie aus, dass Sie in die Bundesregierung wechseln, falls Sie die Wahl verlieren?
Platzeck: Wollen wir wetten? Auch am 20.September 2005 heißt Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck.
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