Artikel aus der Märkische Allgemeine Zeitung vom 04.09.2008

Veröffentlicht am 04.09.2008 in Allgemein

Ralf Schuler über Oskar Lafontaine und seinen Umgang mit der Wahrheit
Der Klitterer

Wie viele Lügen darf ein Politiker eigentlich verbreiten, bevor er sich in der deutschen Öffentlichkeit diskreditiert? Da behauptete Linken-Chef Oskar Lafontaine unlängst, Angela Merkel habe in Moskau studiert. Schlichtweg falsch. Nun hat er herausgefunden, dass in der Sowjetischen Besatzungszone seine Ex-Genossen gewissermaßen mit fliegenden Fahnen zu seinen Jetzt-Genossen übergelaufen sind.

Das ist schon doppelt pervers, weil Lafontaine es einerseits besser weiß und andererseits selbst die PDS weiland eingeräumt hat, dass es Zwang bei der SED-Gründung gegen Sozialdemokraten gegeben habe. Dann aber auch noch die Gründung der Ost-SPD in den Ruch der Stasi-Nähe zu bringen, ist an politischer Verdorbenheit nun wirklich nicht zu überbieten. Da tritt einer den Nachfolgern der einstigen DDR-Staatspartei bei und zeigt jetzt mit den Fingern auf jene, die von deren Häschern unterwandert wurden. Dreister hat lange niemand mehr versucht, Täter und Opfer zu vertauschen. Und dass da einer jene Genossen tritt, die mit persönlichem Risiko die Ost-SPD gründeten, die auch für Oskar L. Wahlkampf gemacht, mit ihm seit der Wende die gleiche Partei geteilt und ihn an ihre Spitze gewählt haben, das ist nur noch widerlich.

Den Artikel finden Sie auch hierauf der Seite der MAZ.

 

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