Das ist eine inakzeptable Provokation!

Veröffentlicht am 15.11.2006 in Allgemein

Der Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche (SPD) äußert seine Empörung zu den Schändungen einer jüdischen Gedenktafel in der Straße der Jugend in Cottbus.

"Ort und Zeit der Schmierereien und des Stehlens der Stolpersteine sind meines Erachtens bewusst provokant gewählt. Das macht mich besonders wütend. Wir erleben es in unmittelbarer Nähe zum Zeitpunkt des Beginns der Pogrome der Nationalsozialisten gegen Deutsche jüdischen Glaubens vor 68 Jahren.", hebt Reiche, auch Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Brandenburg, hervor.

Reiche weiter: "Gedenktafel und Stolpersteine erinnern daran, dass auch bei uns in Cottbus gebrandschatzt und verfolgt wurde. Die Stolpersteine verleihen den abstrakten Zahlen eine individuelle Biografie und machen deutlich: Auch bei uns war einst Verfolgung alltäglich gewesen. Der 9. November 1938 stellt den Beginn einer Mordmaschinerie für zehntausende Menschen dar.

Diejenigen, die meinen, heute Gedenktafeln beschmieren und Stolpersteine stehlen zu können, haben offenbar keine Vorstellung von dem tödlichen Nazi-Terrorsystem. Sie schaden dem Ansehen unserer Stadt nachhaltig. Ich bedauere, dass es uns offenbar nicht ausreichend gelingt, allen deutlich zu machen, dass das nationalsozialistische System eine Schreckensherrschaft darstellte an der es absolut nichts gibt, dem es Nachzueifern gilt. Unter dem Symbol des Hakenkreuzes wurde Macht durch Terror, Verfolgung, Ausgrenzung und systematisches Morden erlangt und gesichert. Und genau deshalb ist es so erschütternd, dass in kurzer Folge Hakenkreuzschmierereien an exponierter Stelle auftauchen.

Ich hoffe, dass die Taten durch die Ermittlungsgruppe schnell aufgeklärt werden können. Die jüngsten Taten in Cottbus sind ein Zeichen für mich, dass wir in unserem Bemühen gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und rassistische Gewalttaten nicht Nachgeben dürfen. Im Gegenteil!"

 

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