Martina Gregor (MdL)
Potsdam – Martina Gregor, umweltpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, hat sich am heutigen zwanzigsten Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl klar gegen die weitere Nutzung der Kernenergie ausgesprochen. Gregor: „Der Reaktorunfall in Tschernobyl am 26. April 1986 hat uns gezeigt, dass die Atomenergie mit wesentlichen Sicherheitsrisiken verbunden ist."
Viele Tausend Menschen starben und sterben noch heute an den Folgen der Strahlung. 350.000 Menschen mussten evakuiert und umgesiedelt werden. Regionen sind für Generationen unbewohnbar. Tschernobyl ist bis heute eine der größten ökologischen Katastrophen.
Martina Gregor: "Heute stehen wir vor einer neuen energiepolitischen Herauforderung, der Bekämpfung des weltweiten Klimawandels. Atomkraft im herkömmlichen Sinne wird uns dabei nicht helfen. Sie ist keine Zukunftstechnologie, denn sie verhindert Innovation." 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe sei die Bekämpfung des weltweiten Klimawandels die zentrale energiepolitische Herausforderung.
Es sei notwendig, jetzt einen zukunftsfähigen Energiemix zu entwickeln, um sukzessive unabhängiger von herkömmlichen Energieträgern zu werden. Mit konsequenter Energieeinsparung – z.B. Wärmedämmung - könnte der Energieverbrauch um rund 20 Prozent reduziert werden, "ohne den Lebensstandard zu reduzieren."
Gregor: "Wir wollen und müssen heraus aus den Gefahren und Zwängen der Atom- und der Ölwirtschaft, um den Aufbruch in das solare Zeitalter langfristig voranzutreiben. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist unverzichtbar." Mit dem Rückbau des früheren Kernkraftwerkes Rheinsberg und dem starken Ausbau regenerativer Energien "hat Brandenburg dafür bundesweit eine Vorreiterrolle."